Matthias Kranz wurde 1952 in Knittelfeld geboren, wohnhaft in Lind, welches er als „Königreich Lind“ bezeichnet. Seine Kindheit war stark von der Landwirtschaft geprägt, da seine Mutter Maria Kranz einen Bauernhof führte. Sein Vater stammte ursprünglich aus Sankt Marein und wurde als Kittelbauer bezeichnet; unter Kittelbauer verstand man früher einen Mann, der eine Bäuerin mit Hof geheiratet hat. Obwohl seine Eltern nicht mehr leben, ist Matthias Kranz stolz auf das, was sie geleistet haben, und auf die Momente, die er mit seinen Eltern erleben durfte.
Schon als Kind erlebte Matthias eine enge Verbindung zur Natur und dem bäuerlichen Leben, angefangen von den Tieren, dem Wald und der Natur, was ihn sein ganzes Leben begleiten sollte. Die Jugendzeit war geprägt von Gemeinschaft und Zusammenhalt, wie er von gemeinsamen Festen und Ausflügen erzählt, die auch heute noch in Erinnerung bleiben.
Matthias Kranz erzählt ausführlich von seiner Jugendzeit in der Landjugend und seinen Freunden, mit denen er den 4x4-Wettbewerb in Weiz gewonnen hat und auf die damals alle neidisch waren. Die Landjugend hat ihn geprägt und ist seiner Meinung nach ein guter Ratgeber für das ganze Leben, was er jedem Jugendlichen nur empfehlen kann.
Matthias war ein frecher Junge und hat auch hier und da etwas angestellt und musste Winkerl stehen, aber er war nie faul und hat immer fleißig für Prüfungen gelernt. Nach der Schulzeit in Graz, wo er eine Landwirtschaftsschule besuchte und die Jagdprüfung sowie die Fahrprüfung ablegte, begann Matthias seine berufliche Laufbahn auf dem elterlichen Hof.
1977 übernahm er eine politische Funktion als Bezirkssekretär der ÖVP, was den Beginn seines langen Engagements für den steirischen Bauernbund markierte. Dieses Engagement war für ihn sowohl politische Heimat als auch eine Möglichkeit, Projekte für seine Heimatregion umzusetzen.
In der Landwirtschaft und Forstwirtschaft verdiente Kranz einen Großteil seines Geldes. Im Jahr 2000 kaufte Kranz eine Murbodner-Herde von 67 Stück Rindern, eine gefährdete Rinderrasse. Sein Vater hielt dies damals auch aufgrund der Kosten von über 1 Million Schilling für einen Fehler, gab ihm aber später Recht, dass dies eine gute Entscheidung war. Außerdem war er Pionier für die Aufstellung des ersten Milchautomaten in der Region, was damals vor allem bei der Molkerei für Aufruhr sorgte.
In den 1990er Jahren trug Matthias wesentlich zur Gründung und Umsetzung bedeutender regionaler Initiativen bei. Ein besonders herausragendes Projekt war der Bau des Turms im Gebirge, des Tremmelberges. Bei der Eröffnung am 24. Mai 1999 waren über 10.000 Besucher am Tremmelberg. Dieser Doppelturm mit 42 Metern Höhe und 202 Stufen steht heute im Guinnessbuch der Rekorde und ist ein touristischer Magnet sowie ein Symbol für das Murtal. Die Idee entstand im Rahmen der Landesausstellung 1999 und wurde mit viel Engagement und Unterstützung aus der Region realisiert.
Parallel dazu engagierte sich Matthias in der Gründung der „Genussregion Murtal“. Dieses Projekt, bei dem unter anderem der berühmte Steirerkäse eine zentrale Rolle spielt, fördert regionale Produkte und die lokale Kultur. Die Zusammenarbeit mit Persönlichkeiten wie Bernadette Hartleb und anderen trug dazu bei, den kulinarischen Ruf der Region zu stärken.
Ein weiteres großes Projekt war die Entwicklung des Alpensteigs und des Jägersteigs, Wanderwege, die Natur, Wald und Jagd miteinander verbinden und mit Informationstafeln sowie Ruhebänken ausgestattet sind. Diese Wege entstanden aus einer intensiven Zusammenarbeit mit Förstern, Sponsoren und der lokalen Gemeinschaft. Besonders der Jägersteig, mit seinen 37 Stationen und QR-Codes für digitale Informationen, stellt eine innovative Verbindung von Tradition und Moderne dar.
Matthias ist auch musikalisch aktiv. Er ist seit über 50 Jahren Präsident des Musikvereins Spielberg, was ihm als Ausgleich und Herzensangelegenheit dient. Das Jagen, das er erst später als Hobby entdeckte, ist für ihn ebenfalls ein wichtiger Teil des Lebens und der Verbindung zur Natur.
Matthias betont immer wieder die tief verwurzelte Verbundenheit mit dem Murtal, die für ihn „in Grund und Boden“ steckt. Er sieht sich als Bauer mit Leib und Seele, der das Leben auf dem Hof, die Natur und die Gemeinschaft schätzt und lebt.