Pia Sobota, mit vollem Namen Dr. Elisabeth Pia Sobota, wurde am 7. Februar 1934 in Fürstenfeld geboren. Ihre Kindheit beschreibt sie als sehr friedlich, obwohl die damalige Wohnsituation eher beengt war. Eine prägende Erinnerung ist der März 1938, als sie als kleines Kind die Einmärsche der Deutschen auf den Straßen beobachtete. Diese Zeit war von großer Spannung geprägt, nicht zuletzt, weil ihr Vater eine bekannte antinazistische Haltung hatte. Aufgrund seiner politischen Einstellung wurde ihrem Vater geraten, die Schule zu verlassen, an der er als Hauptschullehrer tätig war.
Also zog die Familie nach Leobersdorf, wo Pias Vater, dessen Grundberuf eigentlich Turbinenbauer war, zunächst in einer Maschinenfabrik arbeitete. Zwei Jahre später wurde die Fabrik in eine Munitionsfabrik umgewandelt, was für den Vater nicht akzeptabel war. Schließlich fand die Familie eine neue berufliche Perspektive in Salzburg bei der ÖBB, wo der Vater in der Bauleitung für die Elektrifizierung der Eisenbahn tätig war. Da die Familie zu dieser Zeit keine Wohnung in Salzburg fand, lebten sie zunächst fünf Jahre in Reichenhall in Bayern, was für Pia eine kulturelle Herausforderung war, da dort die Schule zu Ostern begann, während sie in Österreich im Herbst startete, und sie mit einem anderen Dialekt konfrontiert wurde.
Im Oktober 1945 kehrte die Familie nach Salzburg zurück, da Österreich nach Kriegsende nicht mehr zum Deutschen Reich gehörte. Pia maturierte im Jahr 1952 am Salzburger Gymnasium.
Pia erinnert sich an die Zeit der Besatzung, die sie noch in Reichenhall miterlebte; damals zogen gerade die Amerikaner ein. In der unmittelbaren Nachkriegszeit gab es vier Besatzungszonen und sogenannte Demarkationslinien, ein Begriff, der heute nicht mehr vielen bekannt ist. An den Demarkationslinien wurden die Menschen nicht nur streng kontrolliert, sondern auch zum Teil entlaust. Weiters erinnert sie sich, was für ein besonderes Gefühl es war, zum ersten Mal wieder eine Semmel zu essen. Außerdem hatte sie ihre ganze Schulzeit lang noch nie ein Plastiksackerl gesehen; solche Dinge waren neu für sie. Pia kannte nur Papier oder Pergament. Zu dieser Zeit hatte man auch kaum Kleidung oder Schuhe, und die Menschen waren auf Spenden angewiesen.
Pia begann ihr Studium in Innsbruck mit den Fächern Deutsch und Englisch, wechselte jedoch später zu Pädagogik und Philosophie. Aufgrund der damaligen eingeschränkten Studienmöglichkeiten in Salzburg, das nur eine theologische Fakultät besaß, absolvierte sie ihr Studium schließlich in Graz, wo sie es auch abschloss. Während dieser Zeit trat sie als Erzieherin bei den Kreuzschwestern ein und erweiterte ihr Studienfach um Geschichte.
Nach dem Studium arbeitete sie lange Jahre im Bildungsbereich, speziell in der Kindergartenpädagogik und Erwachsenenbildung. Sie war 13 Jahre an einer privaten Bildungsanstalt der Kreuzschwestern in Bruck tätig und sogar als Internatsleiterin tätig. Später arbeitete sie über 20 Jahre an der Bundesbildungsanstalt in Judenburg, wo sie Fächer wie Deutsch, Geschichte und Pädagogik unterrichtete.
Ein bedeutender Abschnitt in Pia Sobotas Leben ist ihr Engagement im psychosozialen Bereich. Zusammen mit Hofrat Knauer begann sie in den späten 1970er Jahren, konkret im Jahr 1979, den Verein für psychische und soziale Lebensberatung aufzubauen, der heute als Psychosoziales Netzwerk (PSN) bekannt ist. Die Beratungsstelle wurde mit großem Idealismus gegründet und bot kostenlose Beratung für Menschen in schwierigen Lebenslagen an.
Pia war bis 2009 in der Leitung tätig und speziell für die Familienberatung verantwortlich, wobei ihre pädagogische Ausbildung eine zentrale Rolle spielte.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein war ihr Engagement in der Hospizarbeit. Bereits 1993 wurde sie als Referentin im steirischen Hospizverein tätig. Nach ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1996 gründete sie zusammen mit anderen den Hospizarbeitskreis Oberes Murtal. Der erste Informationsabend fand am 3. Oktober 1996 in Knittelfeld statt, und 1997 begann das erste Grundseminar für Hospizbegleiter.
Bis heute ist Pia Sobota in der Hospizarbeit aktiv und sieht sie als eine wichtige Aufgabe, Menschen in ihrer letzten Lebensphase würdevoll zu begleiten. Sie betont die Bedeutung von Empathie und Offenheit für diese Arbeit.
Obwohl Pia Sobota viel herumgekommen ist und auch international Vorträge gehalten hat, fühlt sie sich tief mit der Region Murtal verbunden, insbesondere mit Judenburg und Seckau. Diese Verwurzelung liegt vor allem an der Herkunft ihrer Mutter, die aus St. Georgen bei Judenburg stammt. Dort verbrachte Pia in einem großen Garten eines Gutsbesitzes fast jeden Sommer ihres Lebens – mit Ausnahme der Kriegsjahre –, für Pia der Punkt auf dieser Erde, der ihr bis heute ein starkes Heimatgefühl vermittelt.