MURTALER ZEITZEUGEN 2.0



Zeitzeuge: Hannes Naverschnigg, Spielberg



Hannes Naverschnigg, geboren 1963:



Hannes Naverschnigg, geboren 1963 in Knittelfeld, ist ein bedeutender Zeitzeuge aus dem Murtal. Der gebürtige Murtaler ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, was seine frühe Verbundenheit zur Natur und Landwirtschaft erklärt. Seine Kindheit war geprägt von harter Arbeit und viel Zeit in der freien Natur, wobei das Mithelfen am Hof selbstverständlich war. Die frühesten Kindesjahre verbrachte Naverschnigg in der Region, er besuchte den Kindergarten in Landschach und Haupt und Volksschule in der Lindenallee. Damals noch ohne Schulbus, sondern mit dem Rad oder zu Fuß und oft auf Schotterstraßen, was den Alltag erschwerte, insbesondere im Winter.

In den 1960er Jahren war die Landwirtschaft bei seiner Familie Nebenerwerb. Später, nachdem sein Vater in Pension ging, wurde die Viehhaltung nach und nach eingestellt, und die Flächen an Nachbarn verkauft. Sein jüngerer Bruder übernahm später den Hof. Sein älterer Bruder ging früh weg von Zuhause und lernte Koch und Kellner.

Neben der aufregenden Jugend am Bauernhof blieb auch Zeit für Sport und Vereine. Während seiner Lehrzeit spielte er drei Jahre lang in einem Fußballverein. Später engagierte er sich in Vereinen wie der Landjugend, der Feuerwehr und dem Jagdschutzverein. Zur Landjugend und zur Feuerwehr pflegt er bis heute enge Kontakte. Vor ungefähr neun Jahren kam er in den Vorstand des Jagdschutzvereins, und seit März 2025 ist er dort als Obmann tätig.

Beruflich absolvierte Hannes eine Lehre als Werkzeugmacher, nachdem er zuvor die Landwirtschaftsschule in Graz besucht hatte. Anschließend arbeitete er im Werk der Firma Bauknecht. Ende der 1980er-Jahre wechselte er dann in einen Kunststoffverarbeitungsbetrieb, in dem er 37 Jahre tätig war. Für Hannes Naverschnigg war das ein interessanter und abwechslungsreicher Beruf. Er arbeitete international im Vertrieb und pflegte den Kontakt zu Kollegen auf der ganzen Welt. Dafür musste er sehr gutes Englisch beherrschen, was für ihn jedoch kein Problem war, da ihm Fremdsprachen stets leichtfielen.

Hannes betont, dass die Jagd für ihn keine Freizeitbeschäftigung oder ein Hobby ist, sondern eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Respekt vor der Natur und den Tieren erfordert. Er beschreibt, wie sich die Jagd im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Früher gab es weniger Jäger, und die Jagd war eng mit bäuerlichem Leben verbunden. Heute ist die Technik deutlich moderner, mit Nachtsichtgeräten, Wildkameras und digitaler Unterstützung. Gleichzeitig ist die Zeit, die Jäger investieren können, oft knapper geworden. Trotz der technischen Fortschritte bleibt die Jagd für Hannes ein intensives Naturerlebnis, das ständiges Lernen und Respekt verlangt.

Hannes Naverschnigg spricht auch ausführlich über die Aufgaben des Jagschutzvereines. Der Verein ist seit etwa 1880 in der Steiermark etabliert und zählt rund 24.000 Mitglieder, mit etwa 1.100 Mitgliedern im Zweigverein Knittelfeld. Die Hauptaufgaben des Jagdschutzvereins liegen vor allem in der Ausbildung von Jungjägern und Aufsichtsjägern. Dabei wird großen Wert auf fundiertes Wissen und verantwortungsbewusstes Handeln gelegt, um die Jagd fachgerecht und nachhaltig auszuüben. Darüber hinaus übernimmt der Verein eine wichtige Öffentlichkeitsarbeit, um der Bevölkerung die Jagd näherzubringen, Missverständnisse auszuräumen und das Verständnis für den Umgang mit Wildtieren zu fördern.

Hannes betont, dass es entscheidend ist, dass Menschen lernen, dass Wildtiere respektiert und mit Abstand behandelt werden müssen, sie sind keine Haustiere oder Zootiere. Der Jagdschutzverein vermittelt also nicht nur Fachwissen, sondern fördert auch das Bewusstsein für den Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Natur. Insgesamt sieht Hannes den Verein als wichtigen Träger von Tradition und Wissen, der sowohl die jagdliche Ausbildung sichert als auch das Verhältnis zwischen Jägerschaft und Gesellschaft verbessert. Die Verbindung zu Natur und Umwelt steht dabei stets im Fokus.

Besondere Erinnerungen hat er an sein erstes erlegtes Stück Wild, einen Rehbock, sowie an den ersten Hirsch, den er in Österreich erlegte. Diese Erlebnisse sind für ihn unvergesslich und prägen sein Verständnis von Jagd.

Nach seiner aufregenden aktiven Zeit genießt Hannes nun seine Freizeit. Er fährt gerne Rad, reist mit seiner Familie und widmet sich einem neuen Hobby: einem Oldtimer, der ihm Entspannung und Freude bereitet. Sein Engagement in verschiedenen Vereinen sowie seine Haltung zur Jagd spiegeln eine tiefe Verbundenheit mit der Region und ihren Traditionen wider. Seine Beziehung zu Spielberg und zum Murtal ist tief verwurzelt. Trotz zahlreicher beruflicher Auslandsaufenthalte, unter anderem in Afrika, Amerika und Australien, blieb seine Heimat stets Spielberg. Er schätzt die Ruhe, die Nähe zur Natur und die Gemeinschaft in der Region, die er als lebenswerte und bodenständige Heimat beschreibt.






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